Die Fastenwähe, ein regionales Unikum



Die ersten Erwähnungen der Fastenwähe reichen bis ins 16. Jahrhundert zurück und stammen aus Basel und Rheinfelden. Über die Herstellung und den Verkauf wachten über Jahrhunderte hinweg die strengen Vorgesetzten der Bäckerzünfte. So mussten sich die Bäckereien bereits vor Weihnachten entscheiden, ob sie im folgenden Jahr Faschtewaie oder Anggeweggli backen wollten - beides zusammen war nicht erlaubt. Auch Gewicht und Verkaufspreis der Fastenwähen wurden von den Zünften anhand der Getreide- und Butterpreise an einem bestimmten Stichtag vorgegeben. Angeboten werden durften die Fastenwähen ausserdem nur zwischen der Herrenfasnacht und der Osternacht - eben nur zur Fastenzeit. Gleich ganz verboten wurde die Herstellung von Fastenwähen in Notzeiten. Noch heute halten sich die Bäckereien an die zeitliche Einschränkung und bieten das Gebäck nur während der Zeit nach Dreikönig und Ostern an, dies ganz im Gegensatz zum kleinen ganzjahresaktiven Schwesterchen, dem Sunnereedli, das 1925 auf die Welt kam.


Aber wieso heisst das gute Stück eigentlich «Wähe»? Der Begriff stammt vom althochdeutschen Wort «waehe» und bezieht sich auf etwas Zartes. In der Region Basel ist der Begriff für das brezelartige Gebäck sogar älter als für den in unseren Breitengraden ebenfalls als «Wähe» bezeichneten Blechkuchen. Dieser hiess bei uns nämlich früher «Tarte».


Hier geht's zu einem Rezept für eine feine Faschtewaie


e Guete!


Hinweis: Dieser Beitrag wurde nach Recherchen verschiedener Quellen erstellt, die sich fast alle auf den im November 2020 verstorbenen Basler Albert Spycher-Gautschi beziehen.


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