Tipps für Eltern

  • Kindern das Sterben und den Tod zu erklären, gelingt am einfachsten mit Beispiel aus der Natur. An einem Baum ist sichtbar, wie er im Frühling aufblüht und im Herbst das Ende des Lebens naht.

  • Kinder haben einen anderen Umgang mit Trauer. Es ist zu vergleichen mit dem Bild des Pfützenspringens. Kinder springen hinein und dann auch gleich wieder hinaus. Das heisst, es kann sein, dass sie von einem Moment zum anderen traurig und wieder fröhlich sind. Das sollte man einfach so zulassen.

  • Stellen Kinder Fragen zum Tod, ist es wichtig, die Frage nur so weit zu beantworten, wie sie gestellt wurde. Weitere Informationen, die das Kind nicht wissen wollte, können es überfordern. Wenn ein Kind fragt, wie ein Toter aussieht, reicht es also vollkommen ihm zu sagen, dass er bleich ist und sich nicht mehr bewegt. Es brauch in diesem Moment keine Erklärung, warum das so ist. Will das Kind mehr wissen, wird es weiter fragen.

  • Es ist wichtig ehrliche Antworten zu geben. Kinder anzulügen z.B. “Oma ist auf eine Lange reise gegangen.” erweisen sich irgendwann als Boomerang, spätestens, wenn das Kind herausfindet, dass die Oma doch nie mehr zurückkommt. Eine ehrliche Antwort kann auch sein: “Ich weiss es nicht. Wie denkst du, dass es sein könnte?” Kinder sollten nicht vor dem Thema Tod geschützt werden. Sie brauchen die Auseinandersetzung, um damit klarzukommen.

  • Kinder müssen den Tod im wahrsten Sinne des Wortes be-greifen. Sie sollen einen toten Körper anfassen dürfen, wenn sie es möchten. Einen Angehörigen aufgebahrt zu sehen, um wirklich zu verstehen, dass dieser Mensch nun tot ist, ist für den Verarbeitungsprozess enorm wichtig und hilft im Erwachsenenalter einen natürlicheren Umgang mit dem Tod zu haben.

  • Verschiedene Rituale können das Abschiednehmen unterstützen. Einen Ballon mit einer Botschaft steigen lassen oder ein Papierschiffli in den Rhein setzten und es davon treiben lassen. Kinder können dem Toten etwas in den Sarg legen, die Urne oder den Sarg anmalen oder auch in die Grabgestaltung mit einbezogen werden. Oft haben sie viele eigene Ideen, wenn sie danach gefragt werden, was ihnen hilft. Kinder selber etwas tun lassen, hilft bei der Verarbeitung.

  • Manchmal ist es nicht möglich, einen Verstorbenen noch einmal zu sehen, etwa bei Suiziden. Dann sind solche Rituale von besonders grosser Bedeutung.

  • Kinder sollen die Möglichkeit haben, Abschied zu nehmen, auch an einer Beerdigung. Vorher ist es sinnvoll, ihnen zu erklären, wie eine Beerdigung abläuft, wer da sein wird, dass eine Beerdigung etwas ganz Normales ist. Wenn sich die Eltern selbst nicht in der Lage fühlen, das Kind währen der Beerdigung zu betreuen, kann eine andere Bezugsperson dafür angefragt werden.

  • Es ist wichtig, sich immer wieder schöne lichtvolle Momente in Erinnerung zu rufen. Auf unserem Webportal findet ihr eine Anleitung für ein Glitzerglas und ein Kratzbild.

Herzlichen Dank für die Hilfreichen Tipps an Ursula Meier, Trauerbegleiterin Arlesheim